
Mit dem Fahrrad von Wedel nach Glückstadt und zurück.
Tourdaten:
26.07.08 Start gegen 13:00 Uhr, Rückkehr gegen 19:30 Uhr
Wetter sonnig, mittelstarker Westwind, Tour mit Rennrädern.
Streckenlänge inkl. einem kleinen „Umweg“ ca. 83 km
Der Ausflug an die Elbe und der Entschluss, nach Glückstadt zu radeln, war eher eine spontane Aktion als eine geplante Tagestour. Somit auch ohne vorherige Informationen zur Strecke, was aber kein Nachteil war.
Wir starten im Yachthafen von Wedel, an derem Ende sich eine Öffnung im Zaun für Fußgänger befindet, die auch von Radfahren genutzt werden kann (absteigen empfohlen). Hier entscheidet sich, ob man dem Weg links oder rechts am Deich, also zur Elbe hin oder landeinwärts folgt. Mit unseren Rennrädern haben wir uns für die rechte Seite (geteerter Weg) entscheiden.
Links befindet sich ein Weg mit unterschiedlichen Belagen wie Gras, Sand, Steine und Asche. Die linke Möglichkeit bietet sich für alle Touren- oder sonstige Räder an und man hat natürlich immer einen Blick auf die Elbe und die großen Pötte, die nach Hamburg fahren oder von dort kommen. Auf der rechten Seite erhält am aber einen besonderen Eindruck auf die typische Landschaft der Haseldorfer Marsch. Eine Landschaft mit kleinen Wasserläufen, Gräben und Seen, erwartet uns. Schafe, viele Schafe rechts am Deich und links des Weges und die vielen Gatter auf dem ersten Teil, sind ständige Begleiter. Die Reifen unserer Räder erhalten schon bald eine andere Farbgebung, duften aber nicht anders als sonst. Am Ende der Schafsstrecke hat sich der Belag des Weges gänzlich verändert und ist nicht mehr als geteerter Weg zu erkennen. Wer hier absteigen muss, weil ein Schaf nicht rechtzeitig von der sehr schmalen Fahrspur verschwindet, hat einfach nur Pech und steht im Mist.
Natürlich kann man an diversen Deichüberfahrten immer einen Blick auf die Elbe erhaschen und das Treiben am Ufer und auf dem Wasser beobachten. Die Hetlinger Schanze zum Beispiel mit schattigen Plätzen unter Weiden am Sandstrand der Elbe oder das Café auf dem Gut laden zum Verweilen ein. Unsere Tour verläuft durch das Gebiet der Haseldorfer Binnenelbe. In Hohenhorst geht es links weiter nach Kreuzdeich und Auedeich.
In einer scharfen Linkskurve steht eine schwarze Tafel am Wegesrand und lädt mit den netten Worten „Der Kaffee ist fertig“ zu einer gemütlichen Pause ein. Wir müssen nicht lange überlegen, stellen die Räder ab und verwöhnen uns mit Pflaumenkuchen und einem Pott Kaffee. Schnell kommen wir mit anderen Radlern ins Gespräch, die uns auch über die kleine Fähre in Kronsnest informieren. Die Sperrwerke sind wegen Bauarbeiten eben gesperrt. Dem Audeich folgend kommt man zügig zur L 289 und überquert hier auf einer alten Drehbrücke die Pinnau. Hinter der Brücke geht es links weiter auf der K 19 bis zum Abzweig „Im Esche“, fahren über wenig befahrene Straßen durch Esche, Neuenfeldsdeich und Altenfeldsdeich. Eine rechts links Kombination bringt uns weiter in Richtung Seesteraudeich.
Auf der gleichnamigen Straße entdecken wir das Hinweisschild der Fähre Kronsnest. Soweit man hier überhaupt von einer Fähre sprechen kann. Die Überfahrt erfolgt in einem recht kleinen Boot, welches maximal 4 Räder und deren Fahrer übersetzen kann. Es herrscht reger Betrieb, logisch, die Sperrwerke an Pinnau und Krückau sind ja gesperrt. Die Wartezeit verbringt man mit einem Schwätzchen am Rande oder beobachtet das Übersetzen anderer Radfahrer. Wärmstens empfohlen werden uns die Waffeln mit Kirschen und Sahne auf der anderen Seite. Aber erst einmal müssen wir rüber. Steil geht es auf glatten Pflastersteinen zum Anleger hinunter, der Abstieg ist geradezu zum Stürzen geeignet, wenn man sich etwas ungeschickt anstellt. Mit einem Schritt steigen wir ins Boot, natürlich das Rad geschultert, denn Rennräder sind ja leicht. Allen anderen ist die Hilfestellung durch die Betreiber zu empfehlen. Die Strömung der Krückau ist durch das auflaufende Wasser sehr stark und unser „Kapitän“ hat alle Hände voll zu tun, das andere Ufer zu erreichen. Nun geht es wieder nach oben, ebenfalls glatt. Hier zahlen wir für unsere Überfahrt pro Person und Rad nur einen Euro. Wer hier noch etwas spenden möchte, sollte es unbedingt tun. Hier wird hart gearbeitet und solche Serviceleistungen sind heute nicht überall zu finden.
Wir fahren weiter über Müggendeich, Fleien, Büssendeich, Kuhle und Lünhüserdeich und Holm nach Groß Kollmar. Hier begegnet uns die geballte Leidenschaft der unterschiedlichsten Elbefans. Vom Oldtimer bis zum hypermodernen Wohnmobil, von der Harley bis zur Vespa, vom normalen Auto bis zur Luxuskarosse ist hier alles zu finden, was fahren kann, auch viele Radfahrer und Skater. Alle genießen diesen wunderbaren Blick auf die Elbe bei einem Fischbrötchen und einer Flasche Bier oder Pommes mit Mayo und Cola. Wir sitzen auf einer der zahlreichen Campinggarnituren und erfreuen uns an diesem Treiben.
Aus unserer Weiterfahrt nach Glückstadt wird nichts mehr, denn genau aus dieser Richtung bewegt sich eine große, dunkelgraue Front auf uns zu, die eine etwas ungemütlichere Wetterlage ankündigt. Aber das ist kein Beinbruch, wir treten die Rückreise an und lassen uns nochmals von schönen kleinen Häusern mit Reetdächern und liebevoll gepflegten Gärten begleiten. Die paar Tropfen Regen waren wohl nur als kleine Erfischung gedacht. Natürlich sind wir in Wedel am Yachthafen vorbeigefahren, da wir von der Landseite kommend die Überfahrt über den Deich verpasst haben.
Fotos: Norbert Weiß / nwdirekt
